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Hurra – die Zero Waste-Kaffeekapsel ist da !

Oft versprochen, nie gehalten, kompostierbare Kaffeekapseln sind genauso Traum wie der Schaum auf einem schlechten Cappuccino. Aber mit irgendetwas müssen die Kunden ja bei der Stange gehalten werden, besonders die mit dem schlechten Gewissen. Wie schlimm steht es wirklich um Kapselkaffee, was gibt es an Lösungen und was ist die Zero Waste-Kapsel, diesen drei Fragen gehen wir heute etwas genauer auf den Grund.

Das Problem ist bekannt. Kaffeekapseln, insbesondere die aus Aluminium, sind eine Belastung für die Umwelt. Die Quellen sind sich einig, dieses Jahr werden es allein in Deutschland rund 4 Milliarden Kaffeekapseln sein, die in den Müll wandern was einem Müllberg von 4’000 Tonnen entspricht (ohne Verpackung). Brigit Beck vom österreichischen Verein für Konsumenteninformation sieht vor allem bei Aluminium einige Probleme: „Das Material wird in Ländern hergestellt, wo die Arbeitsbedingungen und die Einflüsse auf die Umwelt nicht ausreichend kontrolliert werden. Bei der Produktion entstehen hochgiftige Substanzen.“ Die Produktion von Aluminium ist ausserdem äusserst energieintensiv und für den Abbau der Rohstoffe wird häufig Regenwald zerstört. Zuverlässige Zahlen zum angebotenen Kapselrecycling fehlen, unsere Beobachtungen zeigen aber, dass die meisten im Müll landen, genauso wie die aus Plastik.

 

Das Problem ist erkannt. Viele Hersteller bemühen sich deshalb um Lösungen. Die Idee einer kompostierbaren Kaffeekapsel ist naheliegend, insbesondere seit dem Biokunststoffe vermehrt in alltagstauglichen Produkten auftauchen. Einige Hersteller sind da bereits ziemlich vollmundig unterwegs und behaupten, ihre Kapseln seien biologisch abbaubar und somit auch kompostierbar. Schaut man aber genauer hin, löst sich der Schaum in nichts auf, denn bei den meisten Produzenten ist lediglich das Kapselmaterial an und für sich kompostierbar, nicht aber die ziemlich druckfest und massiv gebaute Kapsel. Es ist heute durchaus möglich ein Qualitäts- oder Umweltzertifikat für eine Schwimmweste aus Blei zu erhalten, das sagt aber nichts über ihre Schwimmfähigkeit aus. Genaus das Gleiche ist mit den Kaffeekapseln der Fall, so lange nicht die Kapsel als Ganzes als kompostierbar zertifiziert ist, nützt jedes Siegel herzlich wenig. Da wird der Konsument ein bisschen an der Nase herumgeführt.

 

Hurra – die Zero Waste-Kapsel ist da, exklusiv nur bei Kaffa Wildkaffee! Wir haben sie, die als Ganzes zertifizierte, komplett aluminiumfreie, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte und kompostierbare Kaffeekapsel. Wir freuen uns enorm, nun auch endlich für die Kapseln eine Lösung gefunden zu haben, die unseren Ansprüchen nach Nachhaltigkeit gerecht wird. Mit dieser Kapsel schliesst sich der Kreislauf und wir können beruhigt der Mutter Erde zurückgeben, was sie uns geschenkt hat. Kleines, aber nicht unwichtiges Detail, die meisten als kompostierbar deklarierten Kapseln haben als Aromaschutz unter dem Filterpapier eine aluminiumbedampfte Membrane (Ethical Coffee Company, zum Beispiel). Nicht so bei uns, wir haben auf eine etwas aufwändigere, dafür alufreie Lösung gesetzt und bieten so eine Kapsel an, welche komplett frei von genmanipulierten Organismen ist , ohne Thermoplast (PvdC) und ohne Bisphenol A auskommt, alles Stoffe die vom gesundheitlichen Aspekt her nicht ganz unumstritten sind. Und, unsere Kapseln tragen als einzige das Siegel “OK compost” der Prüfstelle Vinçotte, d.h. mehr als 90% des Materials ist unter industriellen Bedingungen in 12 Wochen in CO2 und Wasser umgewandelt. Im gut geführten Hauskompost kann man die Kapseln gemäss unseren ersten Erfahrungen ebenfalls kompostieren, es dauert jedoch etwas länger und wir empfehlen, die Kapseln etwas zu zerkleinern und etwas Erde und allenfalls Kompostbeschleuniger einzusetzen. Über unsere weiteren praktischen Erfahrungen werden wir Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

 

 

Nun gibt es allerdings einen kleinen Wermutstropfen. Noch! Viele industrielle Kompostieranlagen sortieren Kaffeekapseln au, da sie nicht wirklich oder nur ungenügend kompostierbar sind/waren und führen sie dem Restmüll zu. Mit dem vermehrten Einsatz von neuen und weiter verbesserten Biokunststoffen (wie auch jener unserer Kapseln) steigt aber der Druck diese Anwendungspraxis zu überdenken. Nun sind die Behörden, bzw. die Kompostieranlagenbetreiber am Ball. Fragen Sie doch einfach mal bei Ihrer lokalen Entsorgungsstelle nach und zeigen Sie ihnen unsere Packung. Vielleicht hilft das schon beim Umdenken.

Wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus und auch wir bleiben am Ball. So haben wir zum Beispiel gerade die Aluminiumbeutel unserer E.S.E.-Pads durch einen alufreien Papierbeutel mit Aroma-Sperrschicht ersetzt. Ein weiterer, wichtiger Schritt bei unserem Engagement für den Schutz der Natur. Es gibt noch einiges zu tun… Und allen Kritikern die meinen, noch besser wäre es, gar keine Kapseln zu benutzen sagen wir: Stimmt! Aber … es gibt durchaus gute Gründe, die für die Kapsel sprechen. Die neuen Kapseln werden im Verlaufe des Sommers in den Handel kommen. Zuerst müssen die alten Kapseln noch ausverkauft werden, wir wollen diese ja nicht einfach wegschmeissen, oder?

 

2017-09-26T22:15:20+00:00